Tipp für Sie: Sie nutzen eine veraltete und unsichere Version des Internet Explorers (IE 6)

Für mehr Sicherheit und optimale Darstellung können Sie kostenlos eine aktuelle Version auf microsoft.com herunterladen. Als Alternative zu Internet Explorer ist außerdem der kostenlose Browser Firefox sehr empfehlenswert. Sind Sie von Ihrem Arbeitsplatz aus online, informieren Sie bitte den zuständigen Administrator.

Im Portrait

Im Portrait: Heidrun Grüttner

Leiterin Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit

Heidrun Grüttner, Verwaltungsleiterin u. Leiterin Öffentlichkeitsarbeit

Heidrun Grüttner
Verwaltungsleiterin
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit

Welches Kind träumt nicht von einem Beruf, der seine Neigungen und Phantasien, seine Wünsche und Empfindungen lebendig werden lässt. Auch Heidrun Grüttner hatte ihren Zukunftstraum: Sie wollte Wildhüterin werden - Wildhüterin in Afrika.

Gerade mal zehn Jahre ist die junge Berlinerin alt, als sie sich entschließt, ihrem Berufswunsch auf nachdrückliche Weise Ausdruck zu verleihen. Sie schreibt einen Brief - adressiert an jenen Mann, der in den 60er und 70er Jahren auf Grund seiner regelmäßigen Fernsehmoderationen ("Ein Platz für Tiere") der bekannteste deutsche Zoologe war: an Dr. Bernhard Grzimek. Ihm, dessen Bücher sie geradezu verschlungen hat und dessen Filme ("Kein Platz für wilde Tiere" und "Serengeti darf nicht sterben") sie zutiefst bewegten, unterbreitet sie die Bitte, als Mitglied der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt aufgenommen zu werden. Ein etwas kühnes Ansinnen für ein junges Mädchen, wie sie heute lächelnd einräumt, aber immerhin ein Anlass für den prominenten Zoologen, ihr einen netten, freundschaftlichen Rat zu geben. Wie wäre es, so schreibt er, wenn sie in Berlin, wo sie zu Hause ist, sich einem Verein anschließen würde, der sich den Schutz der Natur zum Ziel gesetzt hat.

Und Heidrun Grüttner befolgt seinen Rat. Mit zwölf Jahren wird sie Mitglied im Volksbund Naturschutz Berlin, dessen Vorsitzender Heinrich Weiß, ein Studienfreund ihres Vaters, sie betreuend an die Hand nimmt. Auf gemeinsamen Exkursionen lernt sie Tiere und Pflanzen des Waldes kennen, wird ihr mehr und mehr bewusst, dass es nicht genügt, sich nur an der Natur zu erfreuen, Man muss, so ihre Erkenntnis, auch etwas tun, um sie zu erhalten.

Sie engagiert sich in der Jugendgruppe des Volksbundes, beteiligt sich an Waldaktionen, und hilft mit, Feuchtgebiete von unerwünschtem Birkenwuchs zu befreien. Aber sie spürt auch, je älter sie wird, dass rein praktische Naturarbeit sie nicht befriedigt. Sie möchte mehr, möchte auch umweltpolitisch tätig sein.

1987 wird sie Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie übernimmt nach und nach wichtige Funktionen im Landesverband Berlin - darunter die einer stellvertretenden Vorsitzenden und Sprecherin des Arbeitskreises Ernährung/Landwirtschaft -, vertritt den Landesverband auf der Bundesdelegiertenversammlung und wird Mitglied des Bundesarbeitskreises Landwirtschaft.

Letzteres übrigens aus gutem Grund. Seit ihrer Jugend beschäftigt sich die überzeugte Vegetarierin mit Fragen der gesunden Ernährung. Unter dem Einfluss der in der 80er Jahren erstarkenden Ökoszene entschließt sie sich nach dem Abitur zu einem praktischen Beruf, der ihren überzeugungen entspricht: Sie lernt Vollkornbäckerin und schließt ihre Ausbildung 1987 als Bäckergesellin ab.

Ihre in der Zwischenzeit neu entdeckte Liebe zur Politik veranlasst sie, 1988 ein Studium der Politikwissenschaften an der Freien Universität aufzunehmen, das sie 1995 als Diplom-Politologin mit der Note "Sehr gut" abschließt. Im gleichen Jahr bewirbt sie sich als Praktikantin bei der Stiftung Naturschutz Berlin und erhält wenig später einen Arbeitsvertrag als Assistentin der Geschäftsführung, der ihr zugleich die Verantwortung für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit überträgt.

Auch heute noch zählt es zu den wichtigen Aufgaben Heidrun Grüttners, die Arbeit der Stiftung ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Allerdings ist diese Aufgabe nur noch eine von vielen, die sie inzwischen - im zehnten Jahr ihrer Zugehörigkeit zum Stiftungsteam - zu erfüllen hat. Denn längst ist aus der Praktikantin eine Leitungspersönlichkeit geworden, die neben der Öffentlichkeitsarbeit für die allgemeine Verwaltung, das Personalwesen, die Gremienarbeit und die Förderprojekte zuständig ist. Und die diese umfangreiche Arbeit beispielgebend leistet - ganz bewusst und ganz im Sinne jenes viel zitierten Satzes, den sie zum Leitsatz ihres Lebens machte: "Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen."

Trotzdem muss und wird es wohl ihr Geheimnis bleiben, wie sie bei dieser beruflichen Belastung, bei dem unausbleiblichen Stress die Vielzahl ihrer Hobbys unter einen Hut bringt. Dass sie körperlichen Ausgleich sucht bei Sport und Tanz, beim Wandern, Radfahren und Paddeln, mag man ja verstehen. Genau so wie die Tatsache, dass sie Jahr für Jahr mit ihrem Mann den Urlaub dort verbringt, wo Ruhe und Entspannung garantiert sind: an den Seen der Uckermark. Und dass sie gerne kocht und bäckt - wer wollte es einem Menschen verdenken, der, wie sie, qualitätvolle Kost und gesunde Ernährung zu schätzen weiß.

Was dennoch manchen überraschen mag, ist, dass sie sich nach wohlverdientem Feierabend an den häuslichen Computer setzt und (weiter) schreibt. In diesem Fall Romane und Geschichten für Erwachsene und Kinder. Dutzende hat sie inzwischen verfasst, ernste und lustige, phantasievolle und lebensnahe, darunter so manche, die Episoden ihres eigenen Lebens widerspiegeln.

"Schreiben", gesteht Heidrun Grüttner, "ist meine große Leidenschaft." Ein Hobby, das ihr ganz besondere Freude macht. So hat sie einiges von dem, was sie in letzter Zeit geschrieben hat, auf einer eigenen Homepage präsentiert - zum kostenlosen Herunterladen unter www.zeit-zum-lesen.de. Und natürlich, so sagt sie, soll es bei dieser Auswahl nicht bleiben. Schon ist ein neues Manuskript so gut wie fertig und eine weitere Arbeit in Planung. In diesem Falle sogar ein Krimi. Worum es dabei geht, will sie allerdings noch nicht verraten. Nur soviel, dass der Umweltschutz in diesem Roman eine wichtige Rolle spielt.

Autor: Horst Walligora, September 2005