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Im Portrait

Im Portrait: Dr. Detlef Besold

Mitarbeiter für EDV und Grafik-Design

Dr. Detlef Besold, Grafik-Designer / EDV

Dr. Detlef Besold
Grafik-Designer / EDV

Es gibt Kollegen, die für einen modernen Betrieb unverzichtbar sind. Zum Beispiel, weil sie in der Lage sind, vorgegebene Texte im Computer grafisch umzusetzen, kurzfristig ein ansprechendes Layout herzustellen oder einfach nur Hilfe zu leisten, wenn der Rechner eines Mitarbeiters plötzlich streikt. Für Detlef Besold, den promovierten Gartenbauingenieur, gehören Tätigkeiten wie diese zur täglichen Routine. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist die EDV sein Steckenpferd, seit 15 Jahren übt er sie beruflich aus – als Grafik-Designer und Systembetreuer der Stiftung Naturschutz Berlin, der er seit 1989 – solange wie kein anderer – als Mitarbeiter angehört. Zunächst freilich sind es nicht Computer und Internet, die seinen Arbeitsalltag in der Stiftung bestimmen, sondern jener Beruf, den er ursprünglich erlernt, studiert und einige Jahre wissenschaftlich praktiziert hat: der Beruf eines Gartenbauers und Agrarwirtschaftlers. 1982 hatte der gebürtige Lüneburger nach fünfeinhalbjährigem Studium an der Universität Hannover das Diplom eines Gartenbauwissenschaftlers erworben, 1989, nach fünfjähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Lehraufgaben am Fachbereich Internationale Agrarentwicklung der TU Berlin, den Titel eines Doktors der Agrarwissenschaften. Anfang 1989 endet sein befristetes Arbeitsverhältnis an der Hochschule, bietet sich zugleich aber auch die Chance, eine neue berufsnahe Beschäftigung anzutreten. Die Stiftung Naturschutz sucht einen Leiter für ihr Projekt Ökolaube. Detlef Besold erhält den Job. Schon jetzt allerdings ist eines unverkennbar: Das eigentliche Interesse Detlef Besolds liegt auf einem anderen Gebiet. Er möchte das beruflich nutzen, was er in vielen Jahren autodidaktisch erlernt und in Weiterbildungskursen systematisch vervollkommnet hat: seine Kenntnisse in der elektronischen Datenverarbeitung. Parallel zur Arbeit in der Ökolaube erklärt er sich bereit, die Produktion des GRÜNSTIFT auf Computerlayout umzustellen. Er bringt seinen Macintosh mit in die Redaktion, macht sich an die Arbeit und ist alsbald in der Lage, das gesamte Heft samt Bildern allein druckfertig zu machen.

Für die Stiftung ein Gewinn in mehrfacher Hinsicht: Sie hat zum Ersten einen engagierten Gestalter gefunden, der sich mit Ideenreichtum für das Projekt einsetzt, der hohe Einsatzbereitschaft zeigt und der im Notfall, wie geschehen, auch mal drei Nächte lang hindurcharbeitet, um ein Special, einen Sonderdruck des GRÜNSTIFT, rechtzeitig zum Versand zu bringen. Und sie hat zum Zweiten einen Mitarbeiter gewonnen, der sich auch als journalistisch einsetzbar erweist, der die Verantwortung für die Gartenseite übernimmt und mit eigenen Beiträgen zum Thema Ökologisierung das inhaltliche Profil der Zeitschrift mitbestimmt.

Über Arbeit kann sich der Grafik-Designer auch nach der Einstellung des GRÜNSTIFT nicht beklagen. Auch wenn das Erfolgserlebnis, das eine gelungene Zeitschriftausgabe für ihn bedeutete, in der heutigen Alltagsarbeit ein wenig zu kurz kommen mag – vielfältig und abwechslungsreich ist seine Tätigkeit am Computer allemal. Er hat darüber hinaus eine Reihe wichtiger Funktionen zu erfüllen – Funktionen, die zwar weniger mit seinem direkten Arbeitsplatz, umso mehr aber mit dem Wohl der Belegschaft zu tun haben. Er ist Beauftragter für den Datenschutz, sorgt sich um die Sicherheit im Haus und vertritt als gewählter Personalrat die Interessen seiner Kollegen gegenüber den Leitungsgremien der Stiftung.

Ausgleich für die intensive Rechnerarbeit sucht und findet Detlef Besold in der unmittelbaren Begegnung mit der Natur. Hier, auf seinen Wanderungen per pedes, Fahrrad oder Paddelboot, genießt er in der Realität, was er im beruflichen Alltag als Grafik-Designer in den Broschüren und Flyern der Stiftung wirkungsvoll ins Bild setzt. In diesem Jahr allerdings, so sagt er, werden sich Reisen und Ausflüge sicherlich in Grenzen halten, wird es nichts mit der traditionellen Urlaubsreise in den Süden Frankreichs oder einer Wanderung durch die Sächsische Schweiz. Diesmal steht für ihn etwas anderes, Wichtigeres auf dem Programm. Mit 50 erfüllt er sich endlich einen Lebenstraum: ein Häuschen im Grünen für sich, seine Frau und seine beiden Töchter. Und dass ein großer Nutzgarten dazu gehört, freut ihn ganz besonders. Schließlich hat er doch einmal gelernt, mit Obst, Gemüse und Blumen umzugehen – auch wenn heute die Technik, die Elektronik sein berufliches Leben bestimmt.

Autor: Horst Walligora, Juli 2005