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Im Portrait

Im Portrait: Bernd Kuhlmann

Leiter des "Freiwilligen Ökologisches Jahrs" der Stiftung Naturschutz Berlin

Bernd Kuhlmann, Projektleiter FÖJ

Bernd Kuhlmann
Projektleiter FÖJ

Man muss nicht den Beruf eines Lehrers ausüben, um ein guter Pädagoge zu sein. Bernd Kuhlmann war nie im schulischen Dienst. Als Lehrer und Pädagoge für außerschulische Jugendbildung hat er dennoch fast ununterbrochen in seinem Berufsleben mit jungen Menschen zu tun gehabt, sie pädagogisch begleitet. In den letzten zehn Jahren im Rahmen des Projektes "Freiwilliges Ökologisches Jahr" der Stiftung. Seit 1996 leitet er das Projekt, das nicht nur in Berlin, sondern auch bundesweit große Anerkennung findet.

Abgezeichnet hat sich sein Faible für die Jugendbildung bereits in den 70er Jahren. Als Student widmet er sich in Münster der sozialpädagogischen Betreuung junger Migranten. Seine Mitwirkung am Aufbau eines selbst verwalteten Bildungshauses, in dem sich pädagogisch-politische Arbeit und ökologisches Denken ergänzen, prägt sein weiteres Leben. Zum ersten Mal wird ihm hier die Notwendigkeit und Bedeutung regenerativer Energien bewusst - eine Erkenntnis, die ihn zu einem aktiven Mitstreiter in der Anti-Atombewegung werden lässt.

Seit 1981 lebt der gebürtige Bielefelder in Berlin und fühlt sich wohl hier. Dennoch verlässt er Anfang der 80er Jahre die Stadt, um sich an Projekten zur Unterstützung der nicaraguanischen Bevölkerung zu beteiligen. Er sammelt Spenden, fährt mehrfach auf eigene Kosten in das Land und hilft beim Aufbau von Werkstätten für Handwerks-Kooperativen.

Wieder zurück, wird die Jugendumweltbildung sein Arbeitsschwerpunkt. In Schöneberg übernimmt er die Stelle eines Umweltreferenten beim Verein Stadtteil. Beim Institut für Sozialforschung und Betriebspädagogik ist er später als pädagogischer Mitarbeiter im Rahmen des Ökologischen Jahres tätig.

1995 wechselt er als pädagogischer Mitarbeiter zum Projekt FÖJ der Stiftung Naturschutz. Bereits ein Jahr später ist er Projektleiter und damit Chef eines für die Stiftung zukunftsweisenden Projektes. Innerhalb weniger Jahre gelingt es ihm und seinem Team, die Teilnehmerzahl auf mehr als das Dreifache zu erhöhen, neue Einsatzfelder in wirtschaftsnahen Einrichtungen zu erschließen und den Kreis der Zielgruppen um junge Migranten, Freiwillige aus Osteuropa und Kriegsdienstverweigerer zu erweitern. Eine Erfolgsbilanz, die sich bundesweit sehen lassen kann.

Einen Ausgleich für sein berufliches Engagement findet der heute 51-Jährige in einer Vielzahl sportlicher Freizeitbeschäftigungen. Zu den bevorzugten zählen für den "passionierten Wassermenschen" Schwimmen und Paddeln. Wenn er einen See sieht - und sei sein Wasser noch so kalt - kann er nicht widerstehen. Ein Handtuch und eine Badehose hat er fast immer dabei. Aber Bernd Kuhlmann wandert auch gern, ist leidenschaftlicher Radfahrer und unternimmt mit seinen beiden Kindern Ausflüge ins Umland. Nicht jedem verrät er, dass er gern Salsa tanzt - ein Hobby, das ein bisschen wohl mit jener Sympathie zusammenhängt, die er auch heute noch für Nicaragua empfindet.

Selbstverständlich hat der Vollblut-Öko sein Haus in Teltow mit Solardach, Wärmedämmung, Lehmwänden und schadstofffreiem Mobiliar ausgestattet. Für ihn gehört der Umweltschutz zum Lebensalltag, und sein Engagement endet nicht an der Haustür. Vielleicht ist genau dies sein Erfolgsrezept im Umgang mit Jugendlichen. Er lebt vor, woran er glaubt, kann authentisch und engagiert vermitteln, worauf es im Leben auch ankommt: zu tun, was man als richtig erkannt hat, auch wenn es nicht immer der bequemste Weg ist.

Autor: Horst Walligora, November 2005