Aufgaben des Vorstandes
Die Aufgaben des Vorstandes sind in § 5 des Gesetzes über die Stiftung Naturschutz Berlin geregelt. Der Vorstand wird auf Vorschlag des Stiftungsrates und des Senats von Berlin bestellt. Dem Gremium gehören vier Personen an. Der Vorstand ist für die laufenden Geschäfte der Stiftung Naturschutz Berlin verantwortlich und vertritt sie nach außen. Die Mitglieder des Vorstands werden für die Dauer der Wahlperiode des Abgeordnetenhauses von Berlin bestellt und sind ehrenamtlich tätig.

Karola Lakenberg
Stellvertretende Vorstandsvorsitzende
Naturschutz bedarf der Mitwirkung vieler. Er braucht nicht nur engagierte Helfer vor Ort, nicht nur Freiwillige, die Krötenzäune errichten, Nistkästen anbringen und Parks und Wälder vom Müll befreien. Er braucht auch Frauen und Männer, die ihn organisieren und verwalten, die dafür sorgen, dass die Gelder fließen und dorthin gelangen, wo sie nötig sind. Kurzum - er braucht auch Menschen wie Karola Lakenberg, die als Vertreterin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im September vergangenen Jahres in den Vorstand der Stiftung Naturschutz Berlin berufen wurde.
Dem behördlichen Natur- und Umweltschutz verbunden ist die heute 47-Jährige seit mehr als zwei Jahrzehnten - seit ihrem Studium an der TU Berlin, das sie 1985 als Dipl.-Ing. Landschaftsplanerin abschloss. Damals war es Prof. Dr. Dr. Sukopp, Betreuer ihrer Diplomarbeit über den Grunewalder Barssee, der sie in die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und damit in den ersten "Behördenjob" als Mitarbeiterin im Umweltpavillon der Bundesgartenschau vermittelte.
Mit dem Eintritt in die Senatsverwaltung begann für Karola Lakenberg eine berufliche Entwicklung, von der sie ursprünglich ganz andere Vorstellungen hatte. Von Kindheit an waren Tiere ihre Begleiter - Hunde und Katzen, Mäuse und Streifenhörnchen, Hamster und Hühner. Mit ihnen wuchs sie auf im elterlichen Einfamilienhaus in Zehlendorf; und mit ihnen verbanden sich Kindheitserlebnisse, die bis heute wirken und ihre Liebe zum Tier, zur Tierwelt entscheidend prägten. Auch die Tatsache, dass sie sich nach dem Abitur zum Studium der Landschaftsplanung entschloss, war zum großen Teil der Zuneigung zu danken, die sie für die Mitgeschöpfe des Menschen empfindet. "Als Biologin oder Zoologin", sagt sie, "hätte ich Tieren nur gegenüber gestanden, als Landschaftsplanerin aber helfen können, mehr Lebensraum für sie zu schaffen."
Dass ihre berufliche Entwicklung nach dem Studium etwas anders verlief als geplant, hat Karola Lakenberg inzwischen längst verwunden. Immerhin darf sie nach zwei Jahrzehnten im Dienst der Senatsverwaltung für sich in Anspruch nehmen, auch ohne Reißbrett und Grafiktablett eine Menge für die Landschaft und Natur ihrer Stadt getan zu haben. Als langjährige Mitarbeiterin der "Berliner Forsten" - eine Anstellung, die, wie sie sagt, zum großen Teil ihren (damals durchaus bescheidenen) Computerkenntnissen verdankt - hat sie u. a. am Waldgesundheitsprogramm mitgewirkt, das Projekt "Renaturierung der ehemaligen Rieselfelder Hobrechtsfelde" geleitet und deren Wiederbewässerung koordiniert. Maßgeblichen Anteil hatte sie zudem an der Flächenrückführung der einstigen Stadtforstflächen in Brandenburg und am Aufbau der Berliner Waldschulen, in denen Kinder lernen, Beziehungen und Zusammenhänge in der Natur zu sehen und zu verstehen und auf diese Weise verantwortungsvoll mit dem eigenen und dem Leben anderer umzugehen. Seit August letzten Jahres ist sie Mitarbeiterin des Bereichs "Naturschutz und Landschaftspflege" in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und hier im Besonderen für das Sachgebiet "Arten- und Baumschutz, Naturschutzorganisationen" zuständig.
Der Natur aufs Engste verbunden ist Karola Lakenberg auch im häuslichen Bereich. Hier hat sie verwirklicht, was sie als Kind erträumte und ersehnte: ein Leben inmitten von Bäumen und Tieren. "Als kleines Mädchen", so erzählt sie, "wollte ich an der Saubucht wohnen, im Herzen des Grunewalds - weit weg vom Lärm der Großstadt." Ein Wunsch, den sie später - weil der Ort wohl doch ein bisschen abgelegen war - zwar revidierte, der aber trotzdem irgendwie Wirklichkeit geworden ist. So wie ihr zweiter Kindheitswunsch, später mal die Frau eines Forstmanns zu werden. 1987 hat sie ihn tatsächlich geheiratet - in der Person von Elmar Lakenberg, des heutigen Chefs der "Berliner Forsten". Mit ihm und zwei Töchtern im Alter von zehn und 15 Jahren wohnt sie - ganz wie es sich für die Frau eines Forstbeamten gehört - im Wald, genau gesagt im alten Forstamt Düppel. Dort, wo sie auch ihren dritten Kindheitstraum verwirklichen konnte: inmitten von Tieren zu leben – mit Hund und Katzen, mit Ziege, Fischen und Federvieh. "Ein richtiger Zoo", sagt sie und lacht, so als wollte sie sagen: "Träume sind wohl doch keine Schäume."
Autor: Horst Walligora, März 2005
