Aufgaben des Vorstandes
Die Aufgaben des Vorstandes sind in § 5 des Gesetzes über die Stiftung Naturschutz Berlin geregelt. Der Vorstand wird auf Vorschlag des Stiftungsrates und des Senats von Berlin bestellt. Dem Gremium gehören vier Personen an. Der Vorstand ist für die laufenden Geschäfte der Stiftung Naturschutz Berlin verantwortlich und vertritt sie nach außen. Die Mitglieder des Vorstands werden für die Dauer der Wahlperiode des Abgeordnetenhauses von Berlin bestellt und sind ehrenamtlich tätig.

Dr. Johann-Wolfgang Landsberg-Becher
Vorstandsvorsitzender
Es war Ende der 50er Jahre, als sich Johann-Wolfgang Landsberg-Becher, damals ein junger Gymnasiast, zum ersten Mal mit einem echten ökologischen Problem konfrontiert sah. Dem Jungen war aufgefallen, dass am Berliner Schlachtensee, einem Gewässer unweit der elterlichen Wohnung, der Schilfgürtel stetig zurückging und die Wasservögel immer weniger wurden. Waren die Schwäne die Ursache, so fragte er sich, oder sich ausbreitender Kalmus? Noch erkannte er nicht den wahren Grund, die Eutrophierung des Gewässers, doch der Drang des jungen Forschers war geweckt. Er sollte mitbestimmend sein für seinen weiteren Lebensweg.
1963 nimmt der damals Zwanzigjährige ein Studium der Veterinärmedizin und Zoologie an der Freien Universität auf, wechselt später in die Fächer Allgemeine Biologie und Genetik, Zoologie und Psychologie und schließt 1972 sein Studium mit dem Diplom und der Gesamtnote „Sehr gut" ab. Mit „Sehr gut" bewertet wird ebenfalls seine 1974 erfolgte Promotion zum Dr. rer. nat., der fünf Jahre später die mit Auszeichnung abgeschlossene Erweiterungsprüfung zum Ersten Staatsexamen in Psychologie folgt.
Im Mittelpunkt seiner beruflichen Laufbahn steht von Anbeginn die wissenschaftlich-pädagogische Arbeit. Seit 1972 ist Johann-Wolfgang Landsberg-Becher an verschiedenen Berliner Bildungseinrichtungen tätig. 1976 wird er, nachdem er zwischenzeitlich die Zweite Staatsprüfung abgelegt hat, zum Studienrat und 1988 zum Oberstudienrat ernannt. 1889 wechselt er als Referent für Umwelt- und Gesundheitserziehung in die Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport, und seit 1994 ist er - mit je einer halben Stelle - in der „Beratungsstelle für Umweltbildung beim Naturschutzzentrum Ökowerk" und anderen wissenschaftlich-pädagogischen Einrichtungen tätig.
Dem Umweltschutz ist Johann-Wolfgang Landsberg-Becher seit seiner Studienzeit eng verbunden. Bereits Ende der 60er Jahre hat er den Vorsitz in der Planungskommission Naturwissenschaften der Universität Bremen inne, der ersten Hochschule mit einem verbindlichen Projektstudium, deren zentrales Thema die Ökologie ist. Anfang der 70er Jahre engagiert er sich in Britz gemeinsam mit den Eltern seiner Schüler in einer Bürgerinitiative gegen die Müllverbrennung. In Kooperation mit der damals jungen Firma ALBA wirbt er - unbeeindruckt von den spöttischen Bemerkungen einiger Bürger, die sich an die „Lumpensammelei" in der Nachkriegszeit erinnert fühlen -, für das Recycleln von Altpapier. Später organisiert er u. a. Klassenfahrten mit Fahrrädern ins Wendland, wo er und seine Schüler an den von der Anti-AKW-Bewegung organisierten Baumpflanzaktionen teilnahmen. In den 80er Jahren ist er in der AL Wilmersdorf und als Vertreter der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung für den Bereich Bauen und Umwelt zuständig. Dem Bundessprecherrat der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umwelterziehung, der Dachorganisation der Umweltschutzzentren, gehört er von 1992 bis 1996 an. Seit 1996 ist er Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Naturschutz Berlin.
Umfangreich ist die Liste der Publikationen und Vorträge, mit denen sich Johann-Wolfgang Landsberg-Becher über die Grenzen Berlins hinaus Achtung und Anerkennung als Umweltwissenschaftler und -pädagoge erworben hat. Nicht wenige der von ihm als Autor oder Koautor verfassten Arbeiten sind in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz erschienen, darunter die „Umweltfreundlichen Schulmaterialien - ein Ratgeber für Eltern und Lehrer" und die „Grünen Lernorte in Berlin". Soeben als CD herausgekommen ist seine umweltpädagogische Publikation „Schulen für eine lebendige Elbe", mit der Schülerinnen und Schüler praxisbezogen an die Flora und Fauna des Flusses und seiner Einzugsgewässer herangeführt werden (www.umweltbildung-berlin.de
).
Johann-Wolfgang Landsberg-Becher ist seit 1985 verheiratet. Er hat zwei Kinder im Alter von 17 und 20 Jahren. Seine Lieblingsbeschäftigung in Dienst und Freizeit: Fahrradexkursionen ins Berliner Umland, an die Oder, zu Biohöfen und zu Feuchtbiotopen - kurzum dorthin, wo man der Natur noch nahe ist.
Autor: Horst Walligora, Mai 2004
