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Kontakt

Torsten Hauschild

Torsten Hauschild

Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Berlin
Wollankstr. 4
13187 Berlin

Tel: (030) 986 41 07
Fax: (030) 986 70 51
E-Mail: thauschild(at)nabu-berlin.de

Torsten Hauschild

Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin

Torsten Hauschild zögert nicht lange, wenn es um eine Selbsteinschätzung geht. „Ich bin ein multipler Ehrenamtlicher“, sagte er und meint damit nicht nur seine ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender des NABU-Landesverbandes, des mit fast 17.000 Mitgliedern größten Berliner Naturschutzverbandes. Auch andere Einrichtungen profitieren von seinem Engagement – Einrichtungen in Politik, Kultur und Naturschutz. „Dennoch“, so sagt er, „wenn mich jemand vor die Wahl stellen würde, müsste ich immer sagen: Mein Herz schlägt für den NABU!“

Hauschild entdeckte die Liebe zur Natur, als sein heute 14-jähriger Sohn geboren wurde. „Als ich den kleinen Wurm vor mir sah, für den ich nun eine Verantwortung übernehmen wollte, da ging meine Schublade ‚Natur’ plötzlich wieder auf. Ich erkannte schlagartig die Notwendigkeit, die Umwelt für unsere Kinder zu bewahren.“

Als Jugendlicher bestand diese „Schublade“ vor allem aus der Welt der großen Tiere: „Sielmann und Grzimek, ‚Serengeti darf nicht sterben’, Safari in Afrika - das war mein Traum. Ich bekenne: Noch heute gehe ich hin und wieder in den Zoo, auch wenn ich weiß, dass Tiger und Co. dort nicht in ihrem natürlichen Lebensumfeld leben. Aber ich bin einfach von den Tieren begeistert.“

Der gelernte Versicherungskaufmann steigt nach der Geburt seines Sohnes aus seinem Job aus und kümmert sich fortan um Nachwuchs und Zuhause, während seine Frau „die Brötchen verdient“. Mit dem Kleinen zieht er aus, um die Natur rund um Berlin zu erkunden und zu schauen, was man zu ihrer Erhaltung beisteuern könne.

Einer seiner Wege führt ihn nach Linum, das Storchendorf im nordöstlichen Brandenburg, dessen Landschaft ihn begeistert. Hier begegnet er Dr. Stork, den damaligen Vorsitzenden des Berliner NABU, der ihm erste Kontakte zum Naturschutzbund vermittelt. „Die Leute dort haben natürlich gleich bemerkt: ‚Da ist einer, der will was machen!’ Und nach dem Motto ‚Als Versicherungskaufmann können Sie ja mit Zahlen umgehen’ haben sie mich gleich zum Kassenprüfer gemacht. Allerdings war der NABU damals noch deutlich kleiner als heute.“

Parallel zu seiner Arbeit im Naturschutzbund nimmt Hauschild 1995 ein Studium auf, das er mit dem Titel eines Diplom-Ingenieurs (FH) für Landschaftsnutzung und Naturschutz abschließt. Danach arbeitet er projektgebunden im Umweltministerium Brandenburg und in einem Eberswalder Planungsbüro, bleibt aber letztlich im „Hauptberuf“ Ehrenamtler. „Hier spüre ich, ich werde gebraucht, meine Arbeit ist wichtig und sinnvoll für die Gesellschaft.“

Und er weiß: „Diese Form der Selbstverwirklichung ist mir nur möglich, weil ich das Glück habe, dass meine Frau einen guten Job hat und gerne arbeitet. Wir haben trotz vereinzelter Einschränkungen diese Entscheidung bewusst getroffen, und meine Frau trägt das Engagement mit. Unser Sohn findet diese Rollenverteilung zwar ungewöhnlich, aber ich denke, er ist stolz auf uns, denn er merkt, dass wir beide engagiert arbeiten.“

Hauschild empfindet sein Engagement immer dann als erfolgreich, wenn etwas funktioniert, wenn er verknüpfen, Ideen umsetzen, Verbindungen nutzen kann. „Als Erfolg werte ich, wenn der Verband wächst, wenn er in der Öffentlichkeit mit seinen Anliegen stärker wahrgenommen wird.“ Hauschild sieht seinen Schwerpunkt weniger im ökologischen Spezialwissen, das er bei den Fachgruppen in guten Händen weiß. Er sieht sich als Repräsentant und Netzwerker. „Ich freue mich über die vielen kleinen Mosaiksteine - z. B. wenn der Reinickendorfer Flughafensee zukünftig als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird und sich als Perle entwickelt, wenn sich dort neue Vogelarten ansiedeln – direkt am Zaun zum Flughafen Tegel.“

Als Ergebnis seiner bisherigen Erfahrungen bedrückt ihn, dass das Ehrenamt im Naturschutzbereich nicht so wahrgenommen und gewürdigt wird wie in den Bereichen Sport, Kultur und Soziales. „Wir Naturschützer werden leider oft als Störenfriede angesehen.“ Dabei sind viele tagtäglich aktiv und leisten nachhaltige Arbeit - oft ohne öffentliche Anerkennung. Und so arbeitet Hauschild auch an der Image-Verbesserung des Ehrenamtes: „Wir Naturschützer sind keineswegs Meckerfritzen“, sagte er. “Wir sind konstruktive Ja-Sager. Wir sagen Ja zur Natur!“

Autorin: Anke Kuckuck, März 2007