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Henner Schmidt, MdA

Henner Schmidt, MdA


FDP-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin

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10111 Berlin

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Email: henner.schmidt@fdp.parlament-berlin.de

Henner Schmidt

Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin

Fast Food wird man in seinem Kühlschrank vergeblich suchen – was sicherlich auch damit zu tun hat, dass er drei Jahre in Frankreich studierte. Auch die zwei Jahre, die er in Polen lebte, haben ihn mitgeprägt und sein Bild von diesem Land völlig verändert. Seine Zeit in der Ukraine wiederum bezeichnet er als „echte Aufbauarbeit“, die vor allem sein Improvisationstalent gefordert hat. Und seiner Kindheit im Rheingau verdankt er seine Naturverbundenheit. Henner Schmidt ist 44 Jahre alt und schon viel herumgekommen. Das liegt zum einen an seinem Beruf – er ist Verfahrenstechniker und Unternehmensberater –, zum anderen daran, dass er es nicht mag, wenn sich allzu viel Routine in sein Leben schleicht.  „Ich brauche ab und an neue Herausforderungen“, gesteht er, „ich kann nicht auf einer erklommenen Stufe stehen bleiben und mich darauf ausruhen. Das liegt mir einfach nicht.“

Der Anfang seiner Karriere ist, wie in den meisten Fällen, wenig spektakulär. Sein Vater schenkt ihm einen Chemie-Baukasten - ein „Spielzeug“, allerdings mit Folgen. Nach Jahren häuslichen Experimentierens nimmt der junge Henner Schmidt ein Studium der Verfahrenstechnik auf. Die Verbindung aus Chemie und Maschinenbau begeistert ihn. Es ist die Zeit, als Dünnsäureverklappungen in der Nordsee, saurer Regen und der Bau von neuen Abfallverbrennungsanlagen die öffentlichen Debatten beherrschen. Henner Schmidt beschäftigten diese Themen ebenfalls. Für ihn sind zunächst jedoch weniger die politischen Auseinandersetzungen von Bedeutung. Er sieht die Lösung der Probleme in der technischen Weiterentwicklung. Und er will dazu beitragen, Produktionsprozesse zu optimieren, Rohstoffe einzusparen und Emissionen zu verringern. Dieser Wunsch treibt ihn an, bringt ihn nach dem Studium auch zur Unternehmensberatung McKinsey, wo er an der Privatisierung der Leuna-Chemiebetriebe mitarbeitet. Als McKinsey sich 1995 aus diesem Projekt zurückzieht, sieht Henner Schmidt die Chance gekommen, sich selbstständig zu machen und die Sanierung mit der eigenen Firma weiterzuführen.

Es wird eine Erfolgsgeschichte, auf die er gern zurückschaut. Als größten Lohn für seine Arbeit empfindet er die Zunahme der Beschäftigtenzahlen in diesen Betrieben. „Von 50.000 Arbeitsplätzen waren nach der Wende nur noch 10.000 übrig“, sagte er. „Jetzt arbeiten wieder 20.000 Menschen an diesem Chemie-Standort. Dass ich dazu einen Beitrag geleistet habe, bedeutet mir sehr viel.“

Es folgen ähnliche Aufträge in Warschau, in der Ukraine und an anderen Standorten weltweit. Auch sie gehören zu seiner Erfolgsstory. Sie beweisen, dass er es geschafft hat, dass er beruflich etabliert ist.

Manch anderer hätte es dabei bewenden lassen. Aber Schmidt ist aus anderem Holz geschnitzt. Er sucht weitere Herausforderungen und er findet sie - in der Politik.

Bereits als Werkstudent in den 80er Jahren erlebt er hautnah bei Bayer, einem jener Unternehmen, das Dünnsäure in der Nordsee verklappt, dass gesellschaftlicher Druck technische Entwicklungen vorantreiben kann. Nach Aktionen von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen ist das Konzernimage angeschlagen. Das Unternehmen ist gezwungen zu reagieren und investiert in Verfahren zum Recycling.
Bald darauf kann Bayer die Dünnsäureverklappung einstellen. Ein Ergebnis, das Schmidt in dem Wunsch bestärkt, sich selbst gesellschaftlich zu engagieren.

Dass seine Eltern Politik als „unseriöses Geschäft“ ansehen, hält ihn nicht davon ab, sich ein eigenes Bild zu machen und sich als Student politisch zu engagieren. Er arbeitet zunächst im sozial-liberalen Hochschulverband, dessen Bundesvorsitzender er wird, später bei den Liberalen Hochschulgruppen. 1987 tritt er in die FDP ein. Die politische Karriere läuft quasi „nebenbei“. Er wird 2001 Bezirksschatzmeister in Berlin-Mitte, 2002 Fraktionsvorsitzender der BVV Mitte und 2004 Bezirksvorsitzender. Seit 2006 ist Henner Schmidt Mitglied des Abgeordnetenhauses. Seine Tätigkeit dort bezeichnet er mit einem Augenzwinkern als „zeitaufwändiges Hobby“, womit er betont, dass er stolz darauf ist, finanziell unabhängig zu sein vom politischen Geschäft. „Durch diese Unabhängigkeit macht es besonderen Spaß“, sagt er und freut sich darüber, dass er sowohl in der Oppositionsarbeit als auch bei den Diskussionen mit seinen Fraktionskollegen neue Akzente in die Arbeit einbringen kann. Zum Beispiel in der Umwelt- und der Verkehrspolitik, die jetzt in der Fraktion zu seinen Aufgabengebieten gehören. Hier kann der passionierte Radfahrer einiges einbringen. Als Vorsitzender des Ausschusses für die Verwaltungsreform möchte er die Bürgernähe der Verwaltung verbessern helfen und die Effektivität steigern. Und auch für die Arbeit im Stiftungsrat der Stiftung Naturschutz Berlin hat er sich einiges vorgenommen. Noch in dieser Legislaturperiode soll es gelingen, das Stiftungskapital derart aufzustocken, dass Zuwendungen des Landes zur Sicherung der Arbeit nicht mehr nötig sind.

Kann er denn niemals einfach nur genießen? Doch – er kann. Beim Segeln, beim Klavierspiel und wenn er die Tomaten, Zucchini und Gurken auf seiner Terrasse gießt. Am meisten aber genießt er es, mit Freunden gemeinsam zu kochen. Bei einem guten Essen und einem guten Wein kann auch er gut innehalten. Allerdings nie allzu lange. Denn ausruhen, das liegt ihm eben nicht.

Autorin: Heidrun Grüttner, März 2008