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Kontakt

Elke Hube

Elke Hube

Bezirksamt Spandau
Naturschutz-, Grünflächen- und Umweltamt
Carl-Schurzstr.8
13597 Berlin

Tel: (030) 33 03 - 30 25
Fax: (030) 33 03 - 39 55
E-Mail: elke.hube(at)ba-spandau.berlin.de

Elke Hube

Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin

Der Ginkgo zählt zu den ältesten und außergewöhnlichsten Pflanzen unseres Erdballs. Ausgestattet mit beispielloser Robustheit, bezaubernder Schönheit und erstaunlicher Heilkraft, fasziniert und beeindruckt er von alters her die Menschen. Seit dem 18.Jahrhundert in Europa kultiviert, beschäftigt er auch hierzulande Wissenschaftler, Künstler, Literaten und ôstheten. Sein zweigeteiltes Blatt inspirierte den Dichterfürsten Goethe; es diente den Jugendstilmalern als Vorlage, und es wurde zum Namensgeber eines ehrenvollen Preises, des "Goldenen Ginkgo".

Seit 2001 ehrt die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V. (DGG) mit dem "Goldenen Ginkgo" Persönlichkeiten kommunaler Verwaltungen und Institutionen, die sich durch "besonderes Engagement und herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Entwicklung und Gestaltung des öffentlichen Raums ausgezeichnet haben". In diesem Jahr erstmals eine Berlinerin: Gartenbaudirektorin Elke Hube, Chefin des Spandauer Naturschutz-, Grünflächen- und Umweltamtes und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin. Im September durfte die heute 52-jährige Gartenbaudirektorin auf einer Festveranstaltung im Spandauer Rathaus die goldene Anstecknadel entgegennehmen - überreicht von Gräfin Sonja Bernadotte, der Präsidentin der deutschen Gartenbau-Gesellschaft.

Elke Hube ist seit 1981 für den behördlichen Naturschutz im Bezirk verantwortlich und damit die dienstälteste unter den derzeitig in Berlin amtierenden Leiterinnen und Leitern dieses Fachressorts. Empfohlen für dieses Amt hatte sich die Diplom-Ingenieurin für Landschafts- und Freiraumgestaltung durch ihre Tätigkeit in der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen, wo sie nach Beendigung ihres Studiums an der TU Berlin ab 1976 zunächst als Referendarin und später als „Gartenbaurätin z. A.“ arbeitete. Maßgeblich beteiligt war sie hier u. a. an der Vorbereitung und Durchführung des 1980 erstmals in Deutschland veranstalteten Weltkongresses der International Federation of Park and Recreation Administration (IFPRA), der Internationalen Vereinigung der Gartenbauamtsleiter. Für Elke Hube - wie sie selbst sagt – „eine Art Bewährungsprobe“, die sie freilich mit Bravour bestand und die ganz wesentlich ihren beruflichen Werdegang bestimmen sollte.

Mit nicht einmal 30 Jahren wurde sie zur Leiterin des Gartenbauamtes Spandau berufen, eine Ernennung, die sich auszahlen sollte. Mit Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft gelang es Elke Hube, in den 23 Jahren ihrer bisherigen Amtszeit die Spandauer Grünflächen von 500 auf 1.000 Hektar zu verdoppeln. 27.000 Bäume säumen heute die Straßen des Bezirks, mehr als 50.000 zählen seine Parks. Die Handschrift der engagierten „Gartenbaurätin“ tragen viele attraktive, wohnungsnahe Grünanlagen in der „Havelstadt“, so der neu geschaffene Park am Staakener Bullengraben und die Neuanlagen entlang des Havelufers – in der Wasserstadt, im Wröhmännerpark und am Lindenufer hinter dem Rathaus.

Auf ein Projekt ihrer Behörde ist die Chefin allerdings besonders stolz: die Neugestaltung des Spektegrünzugs. Durch den Kiesabbau in den Nachkriegsjahren schwer in Mitleidenschaft gezogen, präsentiert sich der über sechs Kilometer lange Niederungsbereich westlich der Altstadt heute wieder als naturnaher Landschaftsraum, der als ein Beispiel erfolgreicher Naturschutzpolitik weit über die Grenzen Spandaus hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden hat. Mit zwei größeren Gewässern, dem Spektesee und der Spekte-Lake, weiträumigen Wiesen und Schatten spendenden Baumgruppen bietet er Besuchern neben dem Naturerlebnis viele Möglichkeiten der ruhigen und aktiven Erholung.

Und das soll so bleiben, in Zukunft sogar mit noch höherem Anspruch. Denn aus dem Spandauer Projekt ist ein länderübergreifendes geworden, seit sich der Stadtbezirk und die märkische Nachbarstadt Falkensee gemeinsam um die Ausrichtung der Brandenburgischen Landesgartenschau (LAGA) 2009 beworben haben. Beide zusammen planen einen Grünzug von Rathaus zu Rathaus, der sich über acht Kilometer erstrecken und als „Grüne Brücke der Sympathie“ vom Spandauer Lindenufer bis zum Falkenseer Gutspark reichen soll.

Für Elke Hube, die dieses Vorhaben maßgeblich mitinitiierte, ist die geplante grenzenlose Gartenschau weit mehr als ein Projekt, das nur politischen Gegebenheiten Rechnung trägt. Für sie bilden Falkensee und Spandau einen einheitlichen Landschaftsraum, der nach dem Fall der Mauer endlich wieder so gestaltet werden kann, dass er den Bedürfnissen der Natur und des Menschen gleichermaßen gerecht wird. Deshalb freut sie sich über die Willensbekundung beider Kommunen und über die 14,5 Mio. Euro Ausgleichzahlungen, die die Deutsche Bahn für landschaftspflegerische Ersatzmaßnahmen zur Verfügung stellt – unter anderem für die gegenwärtige Neugestaltung des Spandauer Lindenufers als Ausgangs- bzw. Endpunkt der „Grünen Brücke der Sympathie“.

Doch Elke Hube blickt schon weiter und hat längst neue Projekte im Visier. Gemeinsam mit ihren mehr als 200 Mitarbeitern will sie - um nur einige Beispiele zu nennen - die Ufergrünzüge im Mündungsbereich der Spree vernetzen, den Landschaftsraum Kladow-Gatow in die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft einbeziehen und die Niederungsflächen im Berliner Urstromtal freilegen. Gewichtige Vorhaben, die für die Weitsicht und Entschlossenheit der Gartenamtschefin sprechen, die zugleich aber ihre ungewöhnliche Leistungskraft und Belastbarkeit unterstreichen.

Wie ausgeprägt die letztgenannten Eigenschaften sind, erweist sich nicht zuletzt in den ehrenamtlichen Funktionen, die Elke Hube seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten berufsständischen Verbänden und Vereinigungen bekleidet. Sie ist u. a. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur Berlin-Brandenburg, war über viele Jahre Vorsitzende bzw. Stellvertretende Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag und ist bis heute in der Berliner Gartenamtsleiterkonferenz sowie am Runden Tisch „Grün“ der Berufsverbände Berlin-Brandenburg aktiv. Von 1983 bis 1989 gehörte sie dem Vorstand der Stiftung Naturschutz an; seit 2001 ist sie Mitglied des Stiftungsrates.

Was bei all den Belastungen an freien Stunden bleibt - und das ist nicht gerade viel - gehört natürlich der Familie und dem Heim. Doch auch im privaten Bereich muss sie Abstriche machen: Sie hat schlichtweg keine die Zeit für ihren eigenen Garten. "Hier wächst derzeit alles durcheinander", sagt sie freimütig. "So sehr, dass man kaum noch die Wege sieht."

Dass die Spandauer an ihrem "wilden" Grundstück Anstoß nehmen könnten, muss die Gartenchefin dennoch nicht befürchten. Ihr Garten liegt in Konradshöhe, jenseits der Grenze - in Reinickendorf.

Autor: Horst Walligora, November 2004