Tipp für Sie: Sie nutzen eine veraltete und unsichere Version des Internet Explorers (IE 6)

Für mehr Sicherheit und optimale Darstellung können Sie kostenlos eine aktuelle Version auf microsoft.com herunterladen. Als Alternative zu Internet Explorer ist außerdem der kostenlose Browser Firefox sehr empfehlenswert. Sind Sie von Ihrem Arbeitsplatz aus online, informieren Sie bitte den zuständigen Administrator.

Uwe Goetze, MdA

Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates von 1993-2006

Er ist sechzehn, als er 1977 in die CDU eintritt. Während sich seine Altersgenossen mit der Frage beschäftigen, wo die nächste Party steigt, diskutiert er in der Jungen Union über die aktuelle Schulpolitik. Gemeinsam mit anderen jungen Christdemokraten gründet er eine bezirkliche Schülerzeitung, die es schnell zu einer beachtlichen Auflage von monatlich 4.000 Exemplaren bringt. Ein Jahr nach seinem Parteieintritt ist Uwe Goetze im Kreisvorstand der Jungen Union Charlottenburg. „Politik wurde mein wichtigstes Hobby“, erklärt er lächelnd, „es hatte mich einfach gepackt.“
„Schuld“ daran trägt zum Teil sein Vater, der damals Sozialdemokrat war und mit ihm oft und gern diskutiert. Aber das allein war für ihn nicht der Auslöser für sein Engagement.
„Der Reiz der politischen Arbeit liegt darin, dass man der Konsumentenrolle entkommt und selbst gestalten kann“, sagt er. „Trotz aller Sachzwänge bleibt genügend Raum für eigene Ideen und Ziele.“

Er investiert viel Zeit und Kraft in die Parteiarbeit. Und so verwundert es nicht, dass er schnell in den Kreisvorstand der CDU aufsteigt. Seine Liebe zur Architektur und sein Interesse an aktuellen Bauvorhaben bringt er zunächst als Bürgerdeputierter und später als Bezirksverordneter bei den Planungen zum Sanierungsgebiet Klausenerplatz ein. Als er mit 24 Jahren Bauausschussvorsitzender der BVV Charlottenburg wird, schenken ihm die Kollegen von den Grünen in Anspielung auf sein Alter ein Haus aus Legosteinen. Er nimmt es mit Humor, ist er doch überzeugt davon, dass er diese Aufgabe gut meistern wird. Als Hausbesetzer eine Ausschusssitzung stürmen und eine Ladung Schutt abwerfen, nimmt er es ebenfalls gelassen. „Das gehört dazu.“

Nach dem Abitur macht er eine Lehre zum Bankkaufmann und studiert einige Semester Betriebswirtschaftslehre. Parallel dazu beginnt er eine freiberufliche Tätigkeit beim Informationszentrum Berlin. Diese Arbeit ist bald seine Haupttätigkeit, neben der er sich noch den Freiraum für die politische Arbeit nimmt. Konsequenterweise gibt er sein Studium auf, obwohl er weiß, dass der Weg in die Politik risikoreich ist und er mit dem Abbruch des Studiums auf den gradlinigen Lebenslauf verzichtet. „Ich bin das Risiko eingegangen, habe hart gearbeitet und auch das notwendige Quäntchen Glück gehabt.“
Sein beruflicher Werdegang führt ihn trotzdem wieder zurück zum Finanzwesen. 1993 wird er zunächst leitender Angestellter und dann Vertriebsbeauftragter der B.& S.U. Beratungs- und Service Gesellschaft Umwelt mbH und damit verantwortlich für einen Umsatz von jährlich bis zu 35 Mio. DM an Förder- und Auftragsmitteln. 1991 beginnt seine erste Legislaturperiode im Berliner Abgeordnetenhaus. Damit gehört er dem ersten Gesamtberliner Parlament nach der Maueröffnung an. Die konstituierende Sitzung des Abgeordnetenhauses brennt sich in seine Erinnerung ein. „Ein bewegender Moment. Ich war sehr stolz, diesem Parlament anzugehören.“ 1998 wird er Mitglied im Fraktionsvorstand, 1999 zum Parlamentarischen Geschäftsführer seiner Fraktion ernannt. Umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist er seit 1993.

Zum Umweltschutz kommt er über die Stadtentwicklung, die Baupolitik. Die Themen Umwelt und Naturschutz sind dort zunächst für ihn eher eine Begleiterscheinung. Doch schon bald bedeuten sie ihm mehr. Und er muss feststellen, dass er bei seinen Parteifreunden noch Aufklärungsarbeit leisten muss. Manche seiner Vorstellungen macht er mehrheitsfähig, indem er z.B. auf nachahmenswerte Beschlüsse der Schwesterpartei CSU verweist. „Die sind uns da voraus. Manches, was bei uns als grüne Politik abgetan wird, ist dort längst christlich- sozialer Alltag.“

Was ist sein Ziel als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin? „Wir müssen es schaffen, die SNB unabhängig zu machen von den Zuwendungen des Landes. Es muss gelingen, das Stiftungskapital so aufzustocken, dass die Arbeit der Stiftung langfristig abgesichert ist.“ Das dies bislang noch nicht gelungen ist, liegt sicher nicht an Uwe Goetze, der sich seit vielen Jahren beharrlich im Parlament für die Belange der Stiftung Naturschutz Berlin einsetzt und auf dessen kompetente Unterstützung die Stiftung immer zählen konnte. Schmerzt es ihn, dass er dieses Ziel noch nicht durchsetzen konnte? „Politik ist immer das Bohren dicker Bretter“, stellt er lächelnd fest, „wer sofort aufgibt, wird nicht viel erreichen.“
Dort, wo er selbst entscheiden kann, ist er schon viel weiter. Auf dem Dach seines Hauses sorgt eine Solaranlage für warmes Wasser, fünf Mülleimer helfen bei der korrekten Mülltrennung. Die Eier kommen aus artgerechter Tierhaltung, und es wird Energie gespart, wo es möglich ist. Er würde gern einmal ein ganzes Jahr auf dem Land verbringen, den Wechsel der Jahreszeiten, den ursprünglichen Rhythmus der Natur erleben.
„Das hat aber noch Zeit“, winkt er ab. Erstmal will er weiter Politik machen.
„Die Möglichkeiten dieser Stadt sind so unbegrenzt“, schwärmt er, „alles im Werden, noch unfertig irgendwie. Das ist einfach zu spannend zum Aussteigen.“

Autorin: Heidrun Grüttner, Juni 2006