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Felicitas Kubala

Mitglied des Stiftungsrates von 2002-2007

Wenn der Arbeitstag zwölf Stunden hat, ist persönliches Ressourcen-management gefragt. Für Felicitas Kubala heißt das Bewegung und ausgewogene Ernährung. Also Kochen zum Ausspannen? Um Himmels willen. Sie ist in der Dienstleistungsgesellschaft angekommen, und ihre Dienstleistung ist Politik, nicht Kochen.

Felicitas Kubala ist Betriebs- und Volkswirtin, und ihre ökonomische Ausbildung ist für sie ein Schlüssel zur Politik. Ein weiterer ist wohl der Erziehungsmix aus Christentum und starken Frauen: Der Kochunterricht in der katholischen Mädchenschule mag keine Spuren hinterlassen haben, anderes schon - Verantwortung übernehmen, sich konsequent für eine Sache einsetzen, als Frau in einem konservativen Umfeld eine eigene Meinung zu vertreten. Das haben die starken Frauen in ihrer Familie ihr vorgelebt, die Mutter, die Oma, die Schwestern, und es ist bestimmend geworden für ihre berufliche Laufbahn: Nach der Ausbildung zur Erzieherin wird sie Geschäftsführerin des katholischen Sportverbands Deutsche Jugendkraft (DJK) Berlin, auf das BWL-Studium und die Anstellung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz folgt 1990 die Tätigkeit als erste freigestellte Frauenvertreterin der Berliner Verwaltung. Seit 1986 ist sie politisch aktiv bei den Grünen, auf deren Agenda Themen stehen, die ihr wichtig sind: Gleichberechtigung, Friedenspolitik und Umweltschutz.

Seit 2001 ist sie Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, und sie ist Sprecherin ihrer Fraktion für Umwelt und Energie, für Sport und Berlin-Brandenburg. Hier laufen die Stränge zusammen, die sich früher schon durch ihr Leben gezogen haben: Wirtschaft interessiert sie, die Begeisterung für Sport und Natur hat sie viel nach Brandenburg geführt, und ihr, der passionierten Berlinerin, war die Lebensqualität ihrer Stadt immer ein Anliegen.

Am besten macht sie das, wofür sie sich begeistern kann, meint sie, und Politik macht ihr enorm viel Spaß. Die Berliner Energiegespräche, die sie seit letztem Herbst monatlich veranstaltet, das Umweltkonzept „Green Goal“ zur Weltmeisterschaft, das sie im Abgeordnetenhaus unterstützt, die Arbeit in den Ausschüssen – das alles bringt sie mit Menschen in Kontakt, verschafft neue Einblicke, neuen Input.

Wenn Felicitas Kubala über hitzige Diskussionen im Abgeordnetenhaus über WM-Energiesparkonzepte redet, über das zähe Ringen um Gleichberechtigung von Frauen bei der Ämtervergabe, ist sie in ihrem Element. Spaß an der Arbeit trotz Widerständen? Ja, sie überlegt kurz, dicke Bretter bohren kann sie wohl ganz gut. Und wenn das Land seit Anfang 2005 keinen Atomstrom mehr bezieht und das Abfall-wirtschafts-konzept der Hauptstadt grüne Handschrift trägt, hat es sich ja auch ausgezahlt.

„Ich bin eine Gesamt-Berlinerin“, es gibt kaum einen Kiez, den sie nicht kennt. Und so spielt sich auch das persönliche Ressourcenmanagement überwiegend in Berlin ab – rudern, am Reichstagsufer spazieren gehen, mit dem Dampfer die Spree entlangfahren oder der Weltgeschichte vom Café aus zugucken. Fürs Kochen bliebe da sowieso keine Zeit.

Autorin: Marianne Henkel, Mai 2006