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Erik Schmidt

Mitglied des Stiftungsrates von 2002-2006

Dass so viele Bürger sich für ihre unmittelbaren politischen Belange nicht interessieren, fällt ihm schwer hinzunehmen. In seiner parteipolitischen Arbeit macht er die Erfahrung, dass man Menschen durchaus für Politik interessieren kann, wenn man diese transparent macht.
Wenn man sich schon mit zwölf für Politik interessiert hat, im Politikunterricht dann beschlossen hat, dass die liberale Programmatik als einzige für einen in Frage kommt, und mit 18 Jahren in die FDP eingetreten ist, um mit 20 im Landesvorstand der Jungen Liberalen aktiv zu werden, ist Politikverdrossenheit nichts, was man aus eigenem Erleben kennt. Inzwischen ist Erik Schmidt, 29jährig, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses seit 2001.
Im Kalender bilden Ausschuss-, Fraktions- und Plenarsitzungen ein Mosaik mit Vorlesungen und Seminaren an der Humboldt-Universität: Neben der Arbeit im Abgeordnetenhaus studiert er Rechtswissenschaften. Politik ist glücklicherweise einigermaßen gut planbar, sagt er, sonst wäre ein solcher Alltag kaum zu schaffen. Die Semesterferien fallen mit der Sommerpause im Abgeordnetenhaus zusammen, in dieser Zeit schreibt er immer Hausarbeiten. Nach einer Neuordnung der Zuständigkeiten in der Fraktion wechselte er 2004 vom Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltschutz in den Hauptausschuss und hat nun vor allem die finanziellen Belange des Umweltschutzes im Blick.
Berlin liegt ihm am Herzen, und er hofft, irgendwann einen ausgeglichenen Landeshaushalt zu erleben, auch wenn es bis dahin wohl noch ein weiter und unbequemer Weg werden wird. Kürzungen gibt es überall, und darum ist es ihm, als Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz, ein Anliegen, die Stiftung möglichst unabhängig von der Finanzierung durch das Land zu machen. Projekte des ehrenamtlichen Naturschutzes zu fördern und damit ein Bewusstsein für Naturschutz zu schaffen ist wichtig, und die Stiftung ist ein Garant dafür.

Noch eine weitere Legislaturperiode möchte Erik Schmidt über die Belange der Landespolitik mitdiskutieren und -entscheiden, von den Erfahrungen der letzten Jahre profitieren. Langfristig aber will er als Jurist tätig werden – in einer Kanzlei, in einem Unternehmen. Wirtschafts- und Kartellrecht findet er interessant, mal sehen. Schwierige juristische Fragen löst er gern, weil man logisch Denken muss, um sie zu lösen. Und er tüftelt gern an Problemen, das mochte er schon im Mathematikunterricht.
Auch wenn man gut im Planen ist, bleibt einem als Abgeordneter und Jurastudent in Personalunion nicht viel Freizeit. Wenn er welche hat, kommt sein persönlicher Naturschutz zum Zuge: Unkraut zupfen im 30-m²-Garten seiner Marzahner Plattenbauwohnung. Und das Gespräch mit den Nachbarn am Gartenzaun dreht sich dann mal nicht um Politik.

Autorin: Marianne Henkel, April 2006