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Kontakt

Dr. Axel Biehler

Dr. Axel Biehler

Deutsche Gesellschaft für Herpetologie u. Terrarienkunde e.V. - LV Berlin

Schlosspark Klinik

Tel: (030) 32 64 - 12 11
Fax: (030) 32 64 - 12 00

Dr. Axel Biehler

Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin

Wenn ihn Gras-, Wasserfrosch und Teichmolch im heimischen Gartenteich in Kladow besuchen und die warzige Erdkröte bei einem kräftigen Regenguss unter seine Kellertreppe kriecht, dann ist für Dr. Axel Biehler die Amphibien-Welt in Ordnung. Fast – denn als leidenschaftlicher Herpetologe weiß er natürlich auch, dass drei Viertel aller Amphibien und alle Reptilienarten in Berlin vom Aussterben bedroht sind.

Biehler ist Arzt für endokrine Chirurgie an der Schlossparkklinik. Er ist viel beschäftigt und als Spezialist für Drüsenerkrankungen immer im Terminstress. Schon seit Jahren hat der „Reptilienmensch“ deshalb keine eigenen Tiere mehr zu Hause. „Keine Zeit...“, sagt er mit bedauerndem Blick.

Umso mehr freut er sich über seine kleinen Teich-Besucher. Sofort weist er aber auch darauf hin, dass alle einheimischen Arten in Deutschland geschützt sind und es auch verboten ist, sie in den eigenen Teich umzusetzen.

Biehlers Liebe zu den Lurchen und Kriechtieren entstand in jungen Jahren. „Als Steppke war ich am Stadtrand Berlins, in Staaken, unterwegs. Von morgens bis abends streifte ich durch die Wildnis - überall Amphibien, Eidechsen. Ein Glück für mich, das alles zu erleben.“ Mit Vorurteilen, wie „glitschig, kalt und eklig“, kann er nicht viel anfangen: „Haben Sie schon mal einem Frosch oder einer Kröte in die Augen geschaut? Die Pigmentierung ist faszinierend, die Haut bietet wunderschöne Farbspiele.“

Inzwischen ist es schwierig, solche Tiere in Berlin überhaupt noch zu Gesicht zu bekommen. Die städtischen Gebiete sind – nicht zuletzt im Zuge der Wiedervereinigung – baulich erschlossen, die Tiere weg, zum Teil ausgerottet. Ihr Lebensraum wird immer kleiner, durchzogen von Straßen und Baugebieten. Besondere Sorgenkinder in Berlin sind die Kreuzkröte und die Rotbauchkröte. Auch Biehlers Lieblingskröte ist selten geworden: Die Wechselkröte, grün gesprenkelt mit roten Pünktchen, hat ihn schon als Kind fasziniert mit ihrem tollen Gesang „wie ein Kanarienvogel“. Sie ist auch das Wappentier des Berliner Landesverbandes für Herpetologie und Terrarienkunde, dem er schon mit 14 Jahren beitrat. Damals begann er, sich für tropische Echsen zu interessieren und suchte gleichgesinnte Terrarianer.

Schnell war ihm klar, dass das Bekenntnis zum Terrarianer und einer artgerechten Haltung mit einer Vielzahl von Verpflichtungen verbunden war. „Die meisten Menschen sehen so ein Tier im Fernsehen und meinen, sie müssten es dann haben. Ein trauriges Beispiel hierfür sind die nordamerikanischen Rotwangenschmuckschildkröten. Sie werden als kleine Babyschildkröten billigst vermarktet, vegetieren in Massen dahin, sterben vorzeitig oder werden, weil sie dem Besitzer zu groß geworden sind, in der Havel ausgesetzt. Was dann aus den Tieren wird, ist noch nicht genau geklärt. Fortpflanzungshinweise gab es bisher in unseren Breitengraden noch nicht.“ Die Haltung von Reptilien kostet viel Zeit, Engagement und Geld. Und so ist der DGHT ein Verein, der eher abrät von Gefangenschaftshaltung, sie aber nicht ablehnt, sondern vielmehr informiert und  aufmerksam macht, z.B. darauf, dass Reptilien sehr alt werden können und dann sogar in die Erbmasse eingehen.

Das wissenschaftliche Gebiet des 53-Jährigen im Verband ist die Feldherpetologie. Wie es die Zeit zulässt, durchstreift er in regnerischen Frühlingsnächten zur Laichzeit Wanderungsgebiete mit Köcher und Fanggerät, sammelt Tiere ein, bestimmt sie und bringt sie dann zu den Laichgewässern. Biehler ist Mitautor der „Roten Liste“, die vom Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung herausgegeben wird.

Auch wenn so ein Ausflug schon mal in einem modderigen Teich endet, Biehler bereits um vier Uhr morgens im Gelände unterwegs ist, um anschließend den Dienst in der Klinik aufzunehmen – sein Einsatz für die Tiere ist ihm wichtig: „Ich wünsche mir, dass wir ihren Lebensraum erhalten können durch weniger Verbauung und mehr Vernetzung durch Amphibientunnel und -brücken. Speziell unsere Kinder können mit ihrer Hilfe entstehendes Leben entdecken - von der Kaulquappe zum Frosch - und so die Entwicklung durch die Metamorphose nachvollziehen. Lurche und Kriechtiere gehören in unseren Lebenszyklus, sind Teil und gleichzeitig Ausdruck unserer Evolutionsgeschichte.“

Autorin: Anke Kuckuck, Februar 2007