Kontakt
Dr. Andreas Meißner
Naturschutzzentrum
Ökowerk Berlin e.V.
Teufelsseechaussee 22 - 24
14193 Berlin
Tel: (030) 300 00 - 523
Fax: (030) 300 00 -515
E-Mail: meissner(at)oekowerk.de

Dr. Andreas Meißner
Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin
Um seinen Arbeitsplatz könnte ihn mancher beneiden. Er liegt mitten im Grünen, inmitten von Wäldern, Teichen, Wiesen und Gärten auf dem Gelände des Ältesten noch existierenden Wasserwerks Berlins im Grunewald. Dr. Andreas Meißner ist Geschäftsführer des Ökowerk Berlin e. V. Er leitet eines der bedeutendsten Naturschutzzentren in der Hauptstadt. Und er ist Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin.
Anders als bei so manchem seiner renommierten Kollegen war es nicht ein Kindheits- und Jugenderlebnis, das die berufliche Entscheidung des heute 40-Jährigen bestimmte, sondern schlicht und einfach Interesse. "Auf der Oberschule", so sagt er, "hatte ich zwei starke Fächer - Geschichte und Biologie". Und weil er einem nicht den Vorzug vor dem andern geben wollte, entschloss er sich, gleich beide zu studieren. Ziel seiner Ausbildung war das Amt eines Studienrates in den Fachbereichen Biologie und Geschichte.1992 legte er dafür die Erste (Wissenschaftliche) Staatsprüfung ab.
Trotzdem war es nicht die pädagogische Laufbahn, sondern die eines Wissenschaftlers, die die nächste Etappe seines Lebenswegs bestimmen sollte. Zwischen 1992 und 2000 war er an der TU Berlin zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ökologie und Biologie, danach als Lehrbeauftragter am Institut für Geschichtswissenschaft tätig, wo er sich u. a. mit der Landschaftsgeschichte, der Ökologie des Mittelmeerraums und Umweltproblemen der Antike beschäftigte. 1998 promovierte er mit einer Dissertationsschrift zur Bedeutung der Raumstruktur für die Habitatwahl von Lauf- und Kurzflügelkäfern.
Der Lehrtätigkeit verbunden blieb Andreas Meißner auch nach seinem im März 2000 erfolgten Wechsel ins Naturschutzzentrum Ökowerk e. V., wo er, zunächst als Programmkoordinator und Seminarleiter und danach - ab Juli 2000 - als Geschäftsführer, eine Vielzahl populärwissenschaftlicher Lehrveranstaltungen, Vorträge und Exkursionen leitete. Von Bestimmungskursen über Käfer und andere Insekten, von der Biologie der Giftschlangen und der Artenvielfalt im Waldboden bis hin zu orts- und regionalspezifischen Themen wie der Landschaftsgeschichte und Biotopvielfalt des Grunewalds reicht die Palette der Angebote, mit denen das Ökowerk als Bildungsstätte im Grünen besonders in den letzten Jahren viele neue Interessenten und Freunde gewinnen konnte. Ein Höhepunkt seines Wirkens als Geschäftsführer des Ökowerks ist für Andreas Meißner die im Rahmen des traditionellen Herbstfestes am 19. September anstehende Eröffnung des neuen Infozentrums "Wasserleben", eine interaktive Ausstellung zum lebensnotwendigen Nass, die im Laufe der letzten zwei Jahre fertig gestellt wurde und als eine Art Kristallisationspunkt für künftige Themenveranstaltungen rund um das Wasser dienen soll.
Fast unnötig zu sagen, dass intensive Beschäftigung mit der Natur bei einem Menschen wie Andreas Meißner mehr ist als nur eine Frage des beruflichen Engagements. Neben Fahrradfahren und Tauchen, zwei Freizeitaktivitäten, die ihm gleichermaßen Erlebnis und Entspannung bieten, ist es vor allem die Begegnung mit großen und kleinen Tieren, die er immer wieder sucht und findet. Besonders die "Räuber", so sagt er, hätten es ihm angetan: Greifvögel, Schlangen, Käfer und was sonst in dieser Spezies kreucht und fleucht. Er sucht und findet sie in nächster Nähe, in den Mooren und Feuchtgebieten "vor der Haustür" seiner Arbeitsstätte ebenso wie in weiter Ferne - in den Regenwäldern von Costa Rica zum Beispiel, wo er 1992/93 bis in die Kronen der Bäume kletterte, um seltene Käfer aufzuspüren. Noch heute ist es vor allem eine Begebenheit, die ihn als passionierten Ornithologen ins Schwärmen geraten lässt: die Beobachtung der in unseren Breiten sehr seltenen Seeadler. "Mit leuchtenden Augen", so gesteht er, habe er bei einer seiner vielen Exkursionen in die Mecklenburgische Seenplatte die Flugmanöver des Königs der Lüfte bewundert, die Revierkämpfe männlicher Rivalen verfolgt und einen Blick in den Seeadlerhorst, die "Kinderstube" der Jungvögel, werfen können.
Dass bei allem Naturinteresse die antike Geschichte, seine zweite große Leidenschaft, nicht zu kurz kommt, dafür hat Andreas Meißner nicht zuletzt mit seinem anspruchsvollen "Nebenberuf" als Reiseleiter vorgesorgt. Auch in diesem Jahr steht eine Stätte alter Kultur auf seinem Programm, die griechische Insel Kreta. Für den Historiker und Biologen eine weitere gute Gelegenheit, Geschichte und Natur einer Landschaft unmittelbar vor Ort zu erleben, und für Teilnehmer die gewiss nicht alltägliche Chance, fundiertes Wissen nicht nur über Land und Leute heute, sondern auch über die Vergangenheit, die Vegetation und die Tierwelt dieser Insel zu erwerben.
Autor: Horst Walligora, August 2004
