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Kontakt

Annette Pheiffer, MA.

Annette Pheiffer, MA.


Volksbund Naturschutz e.V.
PF: 19 13 32
14008 Berlin

 

Annette Pheiffer, MA.

Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin

Kinder fragen ihren Eltern Löcher in den Bauch: Woher kommt der Wind? Wie viele Sterne stehen am Himmel? Annette Pheiffer hat sich diese Neugier auf das Leben, die Schöpfung bewahrt. Und weil für sie Naturschutz gleich Menschenschutz ist, stellt sie immer wieder bohrende Fragen, die unsere Zukunft betreffen: Wem gehört das Wasser? Wie schnell ist unser Erfindergeist, um für Probleme verträgliche Lösungen zu finden? Wie diskutieren wir Gentechnologie: moralisch, rechtlich, ethisch? Was sagen Menschen, die kenntnisreich und vorurteilsfrei über den Tellerrand gucken, zu den brennenden Themen?

Aus dieser Neugier heraus und der Lust auf lebenswerte Gegenwart und Zukunft erklärt sich auch ihr Engagement für den Naturschutz. Initialzündung war vor Jahren ein Fernsehbericht über die Wasserknappheit im Sinai und die hieraus resultierenden politischen Auswirkungen. „Der Kampf um die Ressource Wasser: Was würde dies für uns alle bedeuten? Wirtschaftlich und sozial? Welchen Herausforderungen wird sich die Wissenschaft stellen müssen? Was bedeutet Ressourcenverteilung global? Was heißt da noch Gleichgewicht?“

Damals reifte in Annette Pheiffer die Erkenntnis, dass Naturschutz kein Nischenthema ist. „Der Umweltschutz war auf dem Weg, ein globales Anliegen zu werden,“ sagte sie. Und sie sei entschlossen gewesen, ihn mit dem Eintritt in den Volksbund Naturschutz auch zu ihrem Anliegen zu machen.

Für eine lebenswerte Natur und Umwelt engagiert sich die Germanistin und Historikerin
nicht nur in ihrem Ehrenamt als Vorsitzende des Volksbundes Naturschutz, sondern auch
in ihrer beruflichen Tätigkeit. Sie ist Mit-Herausgeberin der unabhängigen Zeitschrift „Der Ecoist – Wirtschaft, Wissenschaft, Politik zur Lage der Natur“. Namhafte Wissenschaftler, Wirtschaftler und Juristen zählen zu den Autoren der populärwissenschaftlichen Publikation. Abonnenten sind sowohl Wirtschaftsunternehmen wie auch Universitäten, Forschungszentren und interessierte Laien.

Dass ausgerechnet einer der dienstältestesten und durchaus als konservativ bekannter Naturschutzverein (1926 gegründet) seit zehn Jahren von einer beharrlich nach vorne blickenden Frau geführt wird, hat seinen Grund. Der Verein war ins Schussfeld „brauner“ Diskussionen und egoistischer Machenschaften geraten und drohte, vollständig auseinanderzubrechen. In dieser Phase wurde Annette Pheiffer gebeten, den Vorsitz zu übernehmen.

„Ich war und bin der Überzeugung,“ so sagte sie rückblickend, „dass dieser altehrwürdige Verein es verdiente, respektvoll behandelt zu werden - schließlich waren die Gründer maßgeblich an der Erarbeitung des Reichsnaturschutzgesetzes beteiligt. Es blieben uns 150 Mitglieder, ein organisatorischer Scherbenhaufen und eine Menge offener Fragen!“ Zum Beispiel die nach verschwundenem Vereinsvermögen und nach zahllosen Büchern aus der vereinseigenen Bibliothek. Und weil Annette Pheiffer ja Fragenstellerin von Haus aus ist, begann sie, Schritt für Schritt Antworten zu suchen, Ordnung zu schaffen, Recht einzuklagen. Ehrenamtlich, versteht sich.

Heute kann sie sagen: „Wir haben uns in Stille reanimiert.“ Ihre Vorstandskollegen und sie sind nun so weit, neue Konzepte zu erarbeiten. Die gehen in Richtung Umweltbildung. Der Verein soll wieder wachsen – mit Ausstrahlungskraft. „ Wir wollen die guten alten Stränge aufgreifen und sie mit dem Blick für die Zukunft verbinden. Wir wollen ein Forum für junge Menschen werden - von der Grundschule an.“

Dabei geht es ihr vor allem um Kooperation mit Bildungseinrichtungen und einen offenen Diskurs: „Wir müssen weiter sehen als bis vor unsere eigene Haustür. Wir müssen die Freiheit des Denkens an globales Verantwortungsbewusstsein koppeln. Der Begriff Naturschutz wird oft sehr eng gebraucht und manchmal auch missbraucht, rückwärtsgerichtet im Sinne von entwicklungsfeindlich. Ich bin der Meinung, dass diese rein emotionale Diskussion, der oftmals die Sehnsucht nach heiler Welt zugrunde liegt – einer Welt, die es nicht gibt – dem Naturschutz abträglich ist.“

Autorin: Anke Kuckuck, April 2008