Dr. Victor Wendland (*1896 - 1990)

Der Namensgeber unseres Naturschutzpreises, war jahrzehntelang der führende Kopf im Berliner Verbandsnaturschutz.
Der Universitätsdozent für slawische Sprachen wurde durch seine Arbeiten über die Tierwelt der Mark Brandenburg und als Schriftleiter der "Berliner Naturschutzblätter" überregional bekannt. Seine Eulen- und Greifvogelstudien fanden Eingang in wissenschaftliche Standardwerke und Ökologielehrbücher.
Als Referent und Leiter von Exkursionen war Wendland bis ins hohe Alter für Naturschutz und Umweltaufklärung aktiv.
Er gehörte zu den frühzeitigen Mahnern, die angesichts der Lebensraumzerstörungen und des Artensterbens eine wirksame Naturschutzpolitik forderten.

Victor-Wendland-Ehrenring
Von 1988 bis 2006 hat die Stiftung Naturschutz Berlin jährlich den Victor-Wendland-Ehrenring als Berliner Naturschutzpreis verliehen. Der Preis war nach Dr. Victor Wendland benannt, einem Pionier des berlin-brandenburgischen Naturschutzes. Geehrt wurden Personen, die sich um den Naturschutz in Berlin und damit um diese Stadt verdient gemacht haben. Bevorzugt wurden Leistungen geehrt, die zu einer Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis in Naturschutz und Landschaftspflege beitrugen. Die Auszeichnung bestand aus einem Weißgoldring sowie der Preissumme von 2.500 Euro. Über die Preisvergabe entschied der Stiftungsrat. Ab 2007 wird der Preis in modifizierter Form unter der Bezeichnung Berliner Naturschutzpreis verliehen.
Die Preisträger seit 1997
2006: Reinhard Dalchow

2006: Reinhard Dalchow
1972 hatte ihm ein Freund das Buch aus dem Westen in die DDR geschmuggelt: Der Titel lautete "Die Grenzen des Wachstums", ein Standardwerk des "Club of Rome", in dem Wissenschaftler Zukunftsszenarien skizzierten, die in der DDR zumindest offiziell nicht diskutiert werden durften. "Es war meine umweltpolitische Zündung", sagt Pfarrer Reinhard Dalchow, der Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg.
26 Jahre ist er alt, als er seine erste Pfarrerstelle in der Prignitz antritt und zugleich seine ersten Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Ressourcen- und Umweltschutzthemen sammelt. Immer gezielter nutzt er die Freiräume der Kirche in der DDR, um gesellschaftliche Diskussionen über Energiefragen, die Nutzung der Kernenergie sowie die Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft anzuregen. Der Kreis der Interessierten wächst, als er 1977 die Gemeinde Menz unweit des umstrittenen Atomkraftwerks Rheinsberg übernimmt. Er selbst gerät zunehmend ins Visier der Stasi, aber er gibt nicht auf. Umweltschutz ist für ihn zur Lebensaufgabe geworden, der er sich auch nach der Wende verpflichtet fühlt. Zu den herausragenden Verdiensten Pfarrer Dalchows zählt die nach dem Fall der Mauer erfolgte Gründung des Fördervereins "Naturlandschaft Stechlin und Menzer Heide", mit dem er die Einrichtung eines Naturparks im Stechlin-Ruppiner Land initiierte. Als Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg sorgte er dafür, dass bis heute 70 Prozent der Kirchengemeinden Ökostrom beziehen, 170 Solaranlagen auf Kirchengebäuden installiert sind und ungezählte Naturschutzaktionen gestartet wurden.
2005: Wilhelm Recker

2005: Wilhelm Recker
Wer etwas über Biber in Berlin und Brandenburg wissen möchte, fragt Wilhelm Recker. Bei Wissenschaftlern, Behörden und Naturschützern gilt er als der Experte für die braunen Nager.
1935 in Hamburg geboren, wächst Wilhelm Recker in Magdeburg auf und absolviert zunächst eine Tischlerlehre. 1956 kommt er nach Berlin, wo er 1961 als Tierpfleger im Berliner Tierpark anfängt und sich zum Zoo-Tierpfleger weiterbildet.
Auf Wanderungen durch die Schorfheide trifft er auf die ersten Vertreter der Tierart, die fortan zu seinen speziellen Schützlingen gehören wird: den Elbebiber (Castor fiber albicus). Wilhelm Recker muss erfahren, dass diese spezielle Biberart durch das Trockenfallen ihrer Lebensräume bedroht ist. In den folgenden vier Jahrzehnten dokumentiert er akribisch Wasserpegelstände, bepflanzt Uferböschungen mit mehr als zehntausend Gehölzen und hebt kilometerlange Gräben aus. Als "Feldforscher" legt er umfangreiche Datensammlungen an. Im Dienste des Bibers wird der Autodidakt zum sachkundigen Naturschützer, Botaniker und Landschaftspfleger. Zahlreiche Veröffentlichungen belegen das wissenschaftliche Resultat seiner Arbeit.
Wilhelm Reckers langjährigem und leidenschaftlichem Engagement ist es maßgeblich zu verdanken, dass die vom Aussterben bedrohte Art in Brandenburg wieder heimisch geworden ist und wir den Biber mittlerweile sogar mitten in Berlin begrüßen dürfen.








