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Kein Leben ohne Chemie Haben Sie schon einmal die kleingedruckte Inhaltsangabe auf Ihrer Zahnpastatube gelesen? Schlauer sind Sie dabei wohl kaum geworden. Wer weiß schon, wie all diese Stoffe auf uns und die Umwelt wirken? Schwedische Forscher haben kürzlich gewarnt, das in den meisten Zahnpasten enthaltene Triclosan schädige Fische und andere Wassertiere. In unserer Kleidung, besonders in den “natürlichen” Baumwoll- und Seidenstoffen, stecken unzählige Ausrüstungschemikalien. Kosmetika, Spielzeug, Wasch- und Putzmittel, Möbel, Fernseher und Computer setzen im Gebrauch Chemikalien frei, und selbst die industriell hergestellten Lebensmittel kommen nicht ohne chemische Zusätze aus. Chemiefreie Lebensbereiche gibt es nicht. Unbestreitbar erleichtern uns viele Stoffe aus der Retorte das tägliche Leben. Aber mit der unüberschaubaren und unkontrollierten Vielfalt von Substanzen, die in der Natur nicht vorkommen, riskieren wir manchmal auch Kopf und Kragen. Rund 100 000 Chemikalien waren Ende der neunziger Jahre bei der EU registriert. Die meisten sind niemals auf ihre Umweltauswirkungen untersucht worden. Auch Erfahrungen wie die mit dem PCP in Holzschutzmitteln, dessen Gefährlichkeit sich erst herausstellte, als viele Häuser unbewohnbar und viele Menschen krank geworden waren, haben daran nichts geändert. Verbote folgen immer erst nach einem Desaster. Manche Chemikalien sind “nur” giftig, andere aus mehreren Gründen bedenklich. Als “sehr besorgniserregend” gelten für die EU-Kommission Stoffe, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder hormonell wirken, außerdem Substanzen, die sich besonders weit verbreiten, schwer abbaubar (persistent) sind und sich im Körpergewebe von Mensch und Tier anreichern (bioakkumulierbar). Einige Stoffe haben gleich mehrere dieser Eigenschaften. Besonders bedrohlich, auch für künftige Generationen, sind die Substanzen, die auf das Hormonsystem einwirken und die Entwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit bei Mensch und Tier stören. Dazu gehören die bromierten Flammschutzmittel und die allgegenwärtigen Phtalate als Weichmacher im PVC, in Spielzeug, Lebensmittelverpackungen und vielen Kosmetika. Schon Neugeborene haben allerlei Gifte gepeichert, die von der Mutter auf sie übergegangen sind. Nicht nur in den Industriestaaten, sondern bis in die Arktis haben sich Stoffe wie PCBs und DDT verbreitet. Obwohl seit langem verboten, werden sie dort immer noch nachgewiesen, zum Beispiel im Fettgewebe von Eisbären.
Die Umweltverbände BUND, Deutscher Naturschutzring und WWF sehen überraschender Weise in der EU-Chemikalienpolitik “eine riesige Chance...zu einer progressiveren, vorsorglich orientierten und wissenschaftsbasierten Chemikalienpolitik”. Zugleich kritisieren sie jedoch in einer gemeinsamen Stellungsnahme* die vielen Schwachpunkte des Entwurfs. Bleibt es bei den Vorschlägen, dann wird es weiter sehr schwierig sein, auch nur die gefährlichsten Stoffe aus dem Verkehr zu ziehen. Die Verbände fordern außerdem eine Kontrolle importierter Chemikalien und ein Recht der Öffentlichkeit auf Information. “Jeder von uns spielt eine ungeschriebene Rolle in einem globalen chemischen Experiment, da Hunderte synthetischer Chemikalien eine weit verbreitete Belastung von Menschen und Tieren...verursachen”, heißt es in dem Papier. “Das könnte sich ändern, wenn eine rigorose Chemikalienpolitik in Europa verabschiedet würde.” Ja, wenn... Die Frage bleibt, ob die EU die Chance wahrnimmt.
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August |
Vertrauen
schaffen?
Ein Stoff mit Licht- und Schattenseiten Wildwest am Teltowkanal Von Füchsen und Menschen Frösche in Zeiten des Krieges Teufel auf dem Berg Krieg gegen die Umwelt Wo bleibt die Lebensqualität? |
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Zitronenfalter
vom König Wo bleibt die Farbe Grün? Wie man seinen Garten verwüstet Flüsse in der Zwangsjacke Brief aus Schweden Schöne neue Gentech-Welt? Sind wir ein Volk von Tierfreunden? Reiten wir voraus? Hoffnung für Schweinswal und Co? Energie aus dem Wald? Rot + Rot = Grün? Alles wie zuvor? Mehr als gute Absicht? |
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