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Marianne
Weno, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturschutz Berlin, greift
monatlich aktuelle Entwicklungen im Umwelt- und Naturschutz auf
und kommentiert sie. |
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Kolumne im April:
Schilda in Brandenburg
Die BŸrger von Schilda bauten ein Rathaus ohne Fenster und versuchten dann, das Licht in SŠcken hineinzutragen. Die SchildbŸrger von heute wollen eine Schleuse bauen, fŸr Schiffe, die fast so real sind wie das Licht in den SŠcken. Dass dafŸr ein wertvoller alter Buchen- und Eichenbestand vernichtet werden soll, stšrt dabei wenig. Schilda eben.
Das ganze Drama spielt in Kleinmachnow am Teltowkanal. Mit dem Ÿberdimensionierten und naturzerstšrenden ãProjekt 17 Deutsche EinheitÒ, dem Ausbau der Wasserstra§e Hannover-Magdeburg-Berlin, sollte auch der Teltowkanal mit der denkmalgeschŸtzten Kleinmachnower Schleuse fŸr Gro§motorgŸterschiffe und SchubverbŠnde von 185 m LŠnge ausgebaut werden. Das ganze Projekt hatte bald nach der Wende der damalige Verkehrsminister Krause in die Welt gesetzt, und trotz vieler Proteste, niederschmetternder Verkehrsprognosen und leerer Kassen haben all seine Nachfolger daran festgehalten.
Welche SchŠden an der Natur dadurch entstehen, lŠsst sich in Kleinmachnow exemplaerisch beobachten.
Schšne Aussicht ø Bauwerke betrachten
Die "SŸdtrasse" Ÿber den Teltowkanal sollte den Osthafen an das Wasserstra§ennetz anbinden. In sŸdšstlicher Richtung sollten die gro§en Schiffe bis Kšnigs Wusterhausen und Ÿber den Oder-Spree-Kanal nach EisenhŸttenstadt fahren. Damit die 185 m langen SchubverbŠnde unentkoppelt durch die Schleuse gelangen, sollte eine Schleusenkammer von 190 m LŠnge gebaut werden. Dazu war eine Wartestelle am Nordufer geplant, fŸr die ein 43 m breiter Streifen das Landschaftsschutzgebietes abgebaggert und weitere 32 m fŸr eine Bšschung gerodet werden sollten. Der Wald am Ufer nahe der Hakeburg mit seinen alten BŠumen gehšrt zu den reizvollsten und škologisch wichtigsten GrŸnzŸgen der Region. Die Wasserbau- und Schifffahrtsdirektion Ost schŠtzt die VerŠnderungen in schšner BŸrokratenlyrik so ein: ãÒDie technischen Komponenten der Anlage werden gegenŸber dem heutigen naturnahen Zustand deutlich in den Vordergrund treten. Aspekte des ,NaturerlebensÕ werden notwendigerweise hinter der Betrachtung der technischen Bauwerke zurŸcktreten mŸssen...Ò
Beschluss ist Beschluss
FŸr den Schleusenausbau und die damit verbundenen Rodungen gibt es einen Planfeststellungsbeschlu§ vom Februar 2002. An ihm halten die Wasserbauer fest, obwohl sich inzwischen alle Rahmenbedingungen geŠndert haben und das ganze teure Projekt ŸberflŸssig ist.
Der Anteil der Binnenschifffahrt am GŸtertransport ist zurŸckgegangen und wird allen Prognosen nach weiter schrumpfen. UrsprŸnglich hie§ es, 2015 wŸrden 10 Millionen Tonnen GŸter durch die Schleuse transportiert werden. Inzwischen ist man bei 1,5 Millionen Tonnen angekommen. HŠlt man heute am Kanalufer Ausschau nach den Schiffen, die sich dort bald dicht an dicht vor der Schleuse drŠngen sollen, dann kann man ziemlich lange warten und Ÿber den tieferen Sinn des Vorhabens nachdenken.
Im Februar 2001 hatte der Berliner Senat beschlossen, den Osthafen zu schlie§en und erklŠrt: ãDer Senat sieht deshalb keine Notwendigkeit zum Ausbau des Teltowkanals fŸr Gro§motorgŸterschiffe...Ò Im November des selben Jahres beschlie§t der Haushaltsausschuss des Bundestages: ãAuf einen Ÿber die Wasserstra§enklasse IV hinausgehenden Ausbau (der SŸdtrasse) wird verzichtet.Ò Die Klasse IV ist heute schon erreicht. Im Bundesverkehrswegeplan 2003 ist der Ausbau der SŸdtrasse in Richtung Osten nicht mehr enthalten.
Es bleibt das Argument, auch SchubverbŠnde bis 145 m LŠnge mŸssten unentkoppelt durchgeschleust werden kšnnen. Aber ø Schilda lŠsst grŸ§en ø auf dem Weg nach EisenhŸttenstadt befindet sich die Schleuse Wernsdorf. Sie wird ausgebaut - auf 115 Meter!
BŸrger protestieren
Im Oktober 2003 kŸndigte das Wasserstra§en-Neubauamt an, die Rodung auf dem Nordufer werde im Dezember beginnen. Das haben die Kleinmachnower und befreundete NaturschŸtzer erst einmal verhindert. Mehr als fŸnfhundert empšrte BŸrger demonstrierten an der Schleuse, schrieben Briefe an Politiker und erreichten, dass das Umweltministerium das Zerstšrungswerk erst einmal stoppte. Die Gemeindevertreter forderten, den Planstellungsbeschluss zu ŸberprŸfen und nur noch eine Schleusenkammer von 115 m zu planen.
Marianne Weno
Quelle: Dokumentation der BŸrgerinitiative ãpro Kanallandschaft Kleinmachnower SchleuseÒ vom Januar 2004.
Kontakt: Dipl.-Ing. Gerhard Hallmann, Am Mooskissen 11, 14532 Kleinmachnow, Tel. 033203 21531.
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